Geschichte von Engelburg
Segelfrachtschifffahrt: 1913-1953
Das Schiff wurde 1912 für Evert Melsen aus 's Gravenmoer als Linquenda auf der Boot-Werft in Vrijenban (Delft) gebaut. Es lief am 25. Januar 1913 vom Stapel und erhielt die Kennung 2956 DORD 1913.

Am 8. März 1927 wurde das Schiff auf den Namen seines Sohnes Jacobus Johannes Melsen, Kapitän in 's Gravenmoer, der den Spitznamen Erpelenpap trug, registriert. Zehn Jahre später ließ Erpelenpap das Schiff erneut vermessen, immer noch als Segelschiff mit einer Ladekapazität von 159 Tonnen, unter dem Namen Linquenda.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schiff auf den Namen Antonie Simon Ramsteijn, Kapitän in 's Gravenmoer, registriert und erneut mit 160 Tonnen vermessen.
Motorisierter Güterverkehr: 1953-1979
Nachdem die Linquenda mehrere Jahre lang mit einem Seitenschraubenantrieb gesegelt war, wurde sie Anfang 1953 neu vermessen, da das Schiff motorisiert wurde.

Die Ladekapazität ist nun um 6 Tonnen geringer, vermutlich aufgrund des Einbaus des 2-Zylinder-Deutz-Motors von 1929. Dieser Motor trieb das Schiff 14 Jahre lang an. In dieser Zeit wurde die Kabine modernisiert: Die drei kleinen Fenster auf jeder Seite wurden durch zwei größere ersetzt. Der Eigner war nun Antonie Johannes Ramsteijn (geb. 1943, eines der sechs Kinder von Antonie Simon) aus Gravenmoer. 1967 wurde der Motor durch einen leistungsstärkeren Deutz von 1939 ersetzt. Die letzte Vermessung als Frachtschiff erfolgte 1972. Danach wechselte das Schiff mehrmals den Besitzer (1973: Adriaan Meijer, Ouderkerk aan de Amstel; 1979: Gerlof Nieuwenhuis, Leeuwarden).
Charterschifffahrt: 1988-2011
Im April 1988 kauften Marion und Cor Kuitert aus Enkhuizen das Schiff und gaben ihm den Namen Condor.

Sie setzten das Schiff wieder unter Segel, nun mit zwei Toppmasten, sehr langen Gaffelsegeln mit Topsegeln, zwei Klüvern und einem Spinnaker. Anfangs gab es sogar ein Rahsegel, das jedoch nach einigen Jahren entfernt wurde. Cor ließ bei der Gerard-Kroes-Werft in Leeuwarden neue Schwertkiele anfertigen. Sie planten, das Schiff auf der Ostsee zu verchartern, und 1989 wurde es als Binnenschiff abgemeldet und erhielt die „Seemarke“: 17915 ZR 1989 (Europanummer: 27 17915). Vermutlich wurde der 129 PS starke Gardner-Motor eingebaut, als es zum Seeschiff umgewidmet wurde. Soweit bekannt, wurden nie Charterfahrten auf der Ostsee durchgeführt, sondern immer von Harlingen aus, auch von den späteren Eignern Bert Leusink und Peter Ravensteijn. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ging das Chartergeschäft zurück, und 2009 kaufte der Schweizer Jan Rüger das Schiff aus der Insolvenzmasse. Er benannte es nach seinem niederländischen Vater in Engelburg um. Sein Ziel war der Schweizer Markt, doch auch das erwies sich als enttäuschend.
Schwimmendes Hausboot: 2011-2023
Im Jahr 2011 verkaufte er uns das Boot, damit wir darauf an der Thorbeckegracht in Zwolle leben konnten. Beide Masten wurden gekürzt und abgesenkt, um den Zugang zum Liegeplatz in Zwolle zu ermöglichen, der sich hinter der festen Brücke über die Autobahn A28 befindet.

Lediglich der Besanmast besitzt noch einen Topmast. Die Takelage wurde deutlich reduziert (kleinerer Besanmast, Großsegel, Fock und eine zusätzliche Fock), und es wurden mehrere Winschen installiert, sodass das Boot mit zwei Personen segelbar ist.
Im Jahr 2020 wurde das Kabinendach, das nach fast 110 Jahren hauchdünn geworden war, erneut bei Kroes Shipbuilding in Leeuwarden erneuert. Dabei wurde die Kabine etwas steiler gestaltet und die Krümmung im Bugbereich verstärkt. Die Kabinenfenster wurden ebenfalls in ihren Originalzustand zurückversetzt (drei pro Seite), und die Stahlfensterläden, die ursprünglich vom Klipper Dageraad aus Lemmer stammten, wurden ersetzt.
Unterkunft und Kleincharter: 2023 -
Seit 2023 steht die Hütte für einen gemütlichen Winteraufenthalt im Herzen von Zwolle zur Verfügung. Sie verfügt über ein Wohnzimmer mit Kochnische (Kühlschrank, Backofen, Wasserkocher und Eierkocher), ein Schlafzimmer mit Doppelbett, Dusche und WC. Zentralheizung ist im gesamten Haus vorhanden. Ab 2025 wird das Schiff von Mai bis September als schwimmendes Ferienhaus im Nationalpark Weerribben-Wieden angeboten. Es gibt drei Schlafzimmer (für 2, 2 und 4 Personen), ein Badezimmer mit Dusche, Badewanne und WC, ein gemütliches Wohnzimmer mit offener Küche (Gasherd, Backofen/Mikrowelle, Kühlschrank, Gefrierschrank, Geschirrspüler) sowie einen Flur mit Waschmaschine und Trockner. Um die wunderschöne Umgebung in vollen Zügen zu genießen, stehen außerdem ein Segelboot, zwei Kanus und ein Elektro-Ponton zur Verfügung.
